Klimamanagement vor Ort

Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit, vereinbar?

Klima- und Umweltschutz stellen Kommunen, Unternehmen, sowie Bürger zukünftig vor große Herausforderungen. Gleichzeitig steht der Schutz unserer Umwelt und unseres Klimas in dem Ruf, sehr viel Geld zu kosten und die Ziele oft zu verfehlen. Häufig ist diese Schlussfolgerung aber unbegründet.

Im Rahmen der Regionalen Energiekonferenz am 30. Januar in Neuruppin, an der gut 40 Vertreter teilnahmen, wurden unterschiedlichste Projekte und Klimaschutzmaßnahmen vorgestellt und diskutiert, welche für die Kommunen finanzielle, wirtschaftliche und/oder imageprägende Vorteile haben können.

Im Mittelpunkt standen insbesondere leicht umsetzbare Maßnahmen und Projekte mit positiven Erfahrungen und Ergebnissen. Anhand des Vortrags der Stadt Uebigau-Wahrenbrück wurden auch Handlungsempfehlungen für Kommunen mit angespannter Haushaltslage vorgestellt.

Im Themenblock "Beratung" wurden die Vorteile und Erfahrungen von qualitativ hochwertigen Quartierskonzepten aufgezeigt. Die Verbraucherzentrale Brandenburg e. V. hat ihre kostenlose Energieberatung vorgestellt, welche von Eigenheimbesitzern und Mietern gleichermaßen in Anspruch genommen werden kann. Aktuell erweitert sich das Angebot für die Region durch eine mobile Vor-Ort-Beratung mit dem "DigiMobil". In dem Eingangsreferat wurden eindrücklich die Vorteile und wirtschaftlichen Effekte eines kommunalen Klimaschutzmanagers dargelegt.

Der Block "Mobilität" war auf einen effizienten Betrieb von Fuhrparken und Mobilitätsangeboten ausgerichtet. Die Referierenden informierten sowohl über die Möglichkeiten von Fuhrparkanalysen, Carsharing, Mitfahrgelegenheiten und Elektromobilität.

Im Block "Beispiele aus der Region" wurden zum einen der Ausbau der Ladenetzinfrastruktur für Elektromobilität der Stadtwerke Neuruppin und zum anderen die Möglichkeiten von erneuerbaren Energien, besonders Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher, durch die Energieinsel GmbH präsentiert.

In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere Fragen zur künftigen Entwicklung von Elektroautos sowie -ladesäulen und deren mögliche Auswirkungen auf die Verteilnetze angesprochen, aber auch Fragen zu Strom- und Wärmeerzeugung im heimischen Quartier. Nach Einschätzung der Referenten ist nicht davon auszugehen, dass gravierende Probleme für die Verteilnetze entstehen. Insbesondere Mechanismen, wie intelligentes Laden, abgestufte Tarife für Elektroautobesitzer und Zwischenspeichertechnologien könnten mögliche Überlastungen entgegenwirken. Zudem könnte natürlich ein weiterer Ausbau der Verteilnetze die potentiellen Probleme entschärfen. Sofern die Sicherheiten durch öffentliche Ladeinfrastruktur in der Region gewährleistet sein werden, ist auch von einem Anstieg von regionalen Elektroautozulassungen auszugehen. Wie stark dieser Zuwachs ausfallen wird ist allerdings Spekulation.